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<-- Thema: Making of "Wall of Sound"
Thema -->: Recht So - NDR 27.05.13 um 21.00 Uhr
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kmfilm
Regular


Anmeldungsdatum: 23.02.2008
Beiträge: 76
Firma: KM Film

Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
14.05.2013, 20:22

Hallo Kollegen,

ich hab da eine Frage, die mir grad eingefallen ist: Für ein Unternehmen mit mehreren Niederlassungen weltweit adaptiere ich gerade deren Imagevideo und habe vor wie sonst auch per Stundenaufwand abzurechnen.
Nun ergibt sich die Frage, ob ich da zusätzlich sowas wie Lizenzgebühr verlangen könnte/sollte, da das Video ja international verwendet wird. Müsste ich natürlich auch erst besprechen, aber auch für die Zukunft, wie handhabt ihr so etwas?

Besten Dank, hoffe es entsteht ein spannender Faden :-)
Markus
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Gast






Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
15.05.2013, 13:20

Lizenzierung ja klar. Fast bei jeder Produktion an der ich mitarbeite, ist von mir erzeugtes oder erworbenes Material drinnen für das ich eine Nutzungslizenz bzw. Rechteabtretung gegen Gebühr vereinbare.

Für Material des Kunden jedoch kann man ohne Urheberrecht keine Lizenz ausstellen.
Eine Gewinnbeteiligung ist hingegen möglich. Verhandlungssache.
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kmfilm
Regular


Anmeldungsdatum: 23.02.2008
Beiträge: 76
Firma: KM Film

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
15.05.2013, 22:27

Hallo Alexander,

besten Dank für deine Antwort. Spannend wird's jetzt bei der Frage, ob's da einen Richtwert bzw. eine Usance gibt, was man da so als Lizenzgebühr verlangen kann, 5% oder 50% der Auftragssumme? Was ist realistisch und fair?

Danke nochmals!
Markus
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Clermond

Final Cut Director


Anmeldungsdatum: 11.10.2010
Beiträge: 4247

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 10:03

kmfilm hat folgendes geschrieben:
Was ist realistisch und fair?


realistisch ist, dass der Kunde sagt:
Waaas? extra Lizenzen? Wir haben den Film doch schon bezahlt.
[hier bitte die ganze Litanei ergänzen: der Einkauf sagt / macht / streicht,
Ihre Kollegen sagen / machen / aber nie. Beim nächsten Auftrag, im nächsten
Jahr. Das hätten Sie aber vorher /rechtzeitig etc. ]

Ob das fair ist kann ich nicht beurteilen. Wenn ein Imagevideo
veröffentlicht wird, ist es doch meistens immer weltweit verfügbar.
Ich sag nur: das böse Internetz. Was heisst also "international verwendet"?
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Gast






Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 12:55

Ich verstehe die Frage auch nicht. Kundenmaterial kann man nicht lizensieren. Daran hat man kein Urheberrecht.

Man kann nur eine Lizenz ausstellen für Material woran man Urheberrechte hat.
Richtwerte sind wenig sinnvoll weil es von der Art und dem Umfang des zu lizensierenden Contents abhängig ist und sich dies eigentlich bei keiner Produktion 1:1 gleicht.

Beispielsweise kann ein Komponist über Lizenzen für Zweitauswertung seines Scores verhandeln (Soundtracks, Music libraries, usw.).
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godehart
Junior Cutter


Anmeldungsdatum: 28.08.2006
Beiträge: 446
Firma: Freelancer

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 15:01

Das verstehe ich auch nicht. Wofür willst du denn Lizenzgebühren haben, wenn du Material von denen nur umschneidest? Selbst wenn ich für einen Auftrag eigens Material drehe, dann überlasse ich dieses Material dem Kunden zur unbegrenzten Nutzung, denn er hat ja die Produktion bezahlt.

Ich kann aber, sofern der Kunde dies nicht ausschliesst, dieses Material auch für andere Produktionen verwerten. Z.B. Luftaufnahmen lassen sich oft mehrfach nutzen. Besser finde ich, gleich einen Preis aufzurufen, bei dem die Arbeit Spass macht und dann ist gut.
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Clermond

Final Cut Director


Anmeldungsdatum: 11.10.2010
Beiträge: 4247

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 15:47

godehart hat folgendes geschrieben:
Selbst wenn ich für einen Auftrag eigens Material drehe, dann
überlasse ich dieses Material dem Kunden zur unbegrenzten Nutzung, denn er hat
ja die Produktion bezahlt..


Da muss ich doch mal widersprechen. Das läuft sicher in den meisten Fällen so
und in den meisten Fällen ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll hier Stress zu machen
weil die Halbwertszeit eh begrenzt ist.
Aber genau genommen zahlt der Kunde (bei mir zumindest) die Produktionskosten
plus ein Nutzungshonorar. Und das für den vereinbarten Zweck in der vereinbarten
Form.

Wenn du als Urheber eine räumlich und zeitlich unbegrenzte Nutzung in allen Medien
ohne Urhebernachweis zum Nulltarif einräumst ist das eine Möglichkeit aber es kann sein,
dass du dir irgendwann gewaltig in den Hintern beisst.
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godehart
Junior Cutter


Anmeldungsdatum: 28.08.2006
Beiträge: 446
Firma: Freelancer

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 17:18

Da hast du wohl recht. In den allermeisten Fällen kümmert sich niemand um die Rechte, was aber auch bei evtl. Zahlungsschwierigkeiten des Kunden von Vorteil sein kann. Solange kein Geld geflossen ist, verbleiben die Rechte in vollem Umfang beim Erzeuger. Ich hatte mal den Fall, der eine TV-Station eine Produktion von mir gesendet hat ohne vorher zu klären, wieviel sie bezahlen will. Als wir uns nicht einig wurden habe ich mir einen Anwalt genommen, der dann sehr leichtes Spiel hatte. Heraus kam ein für mich annehmbarer Vergleich, der einer angemessenen Bezahlung entsprach+Anwaltskosten.
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Axel Vetter
Final Cut Profi


Anmeldungsdatum: 14.07.2004
Beiträge: 1997
Firma: Archipel Videoproduktion

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 17:40

kmfilm hat folgendes geschrieben:
Nun ergibt sich die Frage, ob ich da zusätzlich sowas wie Lizenzgebühr verlangen könnte/sollte, da das Video ja international verwendet wird. Müsste ich natürlich auch erst besprechen, aber auch für die Zukunft, wie handhabt ihr so etwas?

Hallo Markus,

ich habe in meinen AGB einen Passus, der dem Kunden die Nutzung des Produktes nur zum vereinbarten Zweck erlaubt. Der Zweck ist nachzulesen in der Auftragsbestätigung, die er unterschrieben hat.

Damit sichere ich mich auch ab vor Risiken durch Dritte. Wenn ich z. B. Musik oder Archivmaterial zur Verwendung auf einer Website oder national lizensiert habe, der Kunde den Film aber im Fernsehen oder Ausland zeigt, könnte mir der Lizenzgeber aufs Dach steigen wegen Vertragsbruch und weitere Gebühren fordern.

Aus meiner Sicht kannst du nur über Lizenzgebühren verhandeln, wenn ihr vorher ausdrücklich nur eine nationale Verwendung des Materials vereinbart habt.

Das Urheberrecht an der Postproduktion hast du. Entgegen allgemeiner Auffassung ist es übrigens nur durch Todesfall übertragbar, kann also nicht verkauft oder verschenkt werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht#.C3.9Cbertragung_des_Urheberrechts

Gruß
Axel
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Gast






Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 19:55

Axel Vetter hat folgendes geschrieben:
Das Urheberrecht an der Postproduktion hast du.


Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
§ 89, Absatz 1
Zitat:
Wer sich zur Mitwirkung bei der Herstellung eines Filmes verpflichtet, räumt … dem Filmhersteller … das ausschließliche Recht ein, das Filmwerk … auf alle Nutzungsarten zu nutzen.

http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/BJNR012730965.html#BJNR012730965BJNG002101377

Bei Filmproduktion gibt es in Puncto Urheberrecht wenig Spielraum, da das Gesetz vertragliche Vereinbarungen zur Abtretung/Nutzung erlaubt. Man ist anschließend zwar Urheber, beispielsweise ist ein Cutter Urheber einer Schnittfassung. Er hat aber keinerlei Urheberrecht daran, wenn er einen Vertrag eingegangen ist. Und die üblichen Filmverträge übertragen grundsätzlich immer alle Rechte. Verhandlungsbasis gibt es hierfür von Produzentenseite aus eigentlich nie. Die wollen und müssen vermeiden, dass jeder Beteiligte später mit Nachforderungen ankommt und sogar die Auswertung stoppen könnte. Damit das nicht passiert sieht das Gesetzt Ausnahmen für unsere Branche vor.
Nur beim Preis kann man sich einen angemessenen Lohn für die Arbeit herausholen.
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Axel Vetter
Final Cut Profi


Anmeldungsdatum: 14.07.2004
Beiträge: 1997
Firma: Archipel Videoproduktion

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 20:16

Alexander K hat folgendes geschrieben:
Bei Filmproduktion gibt es in Puncto Urheberrecht wenig Spielraum, da das Gesetz vertragliche Vereinbarungen zur Abtretung/Nutzung erlaubt.

Nutzungsrecht und Urheberrecht sind nicht identisch. Lies dazu § 29 bis 31 UrhG
http://transpatent.com/gesetze/urhg1.html#29 oder dejure.org http://dejure.org/gesetze/UrhG/34.html

Das Urheberrecht hat entweder der Urheber oder seine Erben. Niemand sonst. Nur das Nutzungsrecht kann er veräußern oder verschenken.

Gruß
Axel
Axel Vetter ist offline Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenZu Deiner Ignore-Liste hinzufügen
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Gast






Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
16.05.2013, 21:52

Richtig.

Ein Urheber hat kein Recht Forderungen zu stellen oder Einfluss auf sein Werk zu nehmen, sobald er die Rechte abgetretten hat. Das besagt das Urhebergesetz.
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godehart
Junior Cutter


Anmeldungsdatum: 28.08.2006
Beiträge: 446
Firma: Freelancer

Tip: Audiopodcast zum Thema Urheberrecht
17.05.2013, 10:32

hier gibt es mal einen guten Audiopodcast zum Thema, Eigentlich ist es eher eine Vorlesung in kompakte Häppchen aufgeteilt. Ich fands sehr informativ:

http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/kategorie/podcasts/podcast-urheberrecht
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helga
Senior Cutter


Anmeldungsdatum: 04.10.2007
Beiträge: 529

Re: Stundenabrechnung und zusätzliche Lizenz?
18.05.2013, 00:24

Filmproduktionsvertrag
IV. Übergang der Rechte
16. Der Filmhersteller überträgt dem Auftraggeber Verwertungsrechte so weit sie übertragbar sind. Über die Ausübung des dem Auftraggeber zustehenden Kopierrechts, insbesondere darüber, ob der Auftraggeber die Kopien selbst ziehen lässt oder den Filmhersteller hiermit beauftragt, ist im Einzelfall eine besondere Regelung zu treffen.
17. Der Filmhersteller darf nur mit Zustimmung des Auftraggebers und auf seine Kosten für interne Zwecke Kopien ziehen und den Film vorführen oder vorführen lassen. Nach Abnahme des Films darf diese Zustimmung nur aus wichtigem Grund verweigert werden.
18. Es ist nicht die Aufgabe des Filmherstellers, dem Auftraggeber die Tonträger-, Aufführungs- und Sende-Rechte an der Musik zu verschaffen.
19. Insoweit die Rechte auf den Auftraggeber übergehen erstreckt sich der Rechtsübergang auf alle jetzigen und zukünftigen Arten, Systeme und Verfahren einer Auswertung des Films, soweit nicht die GEMA-Rechte betroffen sind.
20. Die gemäß Nr. 16 übertragenen Rechte gehen in dem Zeitpunkt auf den Auftraggeber über, in dem dieser die Musterkopie abgenommen und die letzte Rate der Herstellungskosten gezahlt hat.
V. Bestand der Rechte
21. Der Filmhersteller steht dafür ein, dass er über die dem Auftraggeber eingeräumten Rechte noch nicht anderweitig verfügt hat und dass diese Rechte nicht Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen.
22. Der Filmhersteller wird den Auftraggeber bei denjenigen Maßnahmen, die außerhalb der Bundesrepublik zur Erwirkung oder zeitlichen Verlängerung des Urheberschutzes erforderlich sind, auf Verlangen und erforderlichenfalls für Rechnung des Auftraggebers unterstützen.
helga ist offline Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenZu Deiner Ignore-Liste hinzufügen
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